Kostenloses Tool der Bundesregierung für die Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die DNK-Plattform ist ein kostenloses Angebot der Bundesregierung zur digitalen Berichtserstellung und besteht aus mehreren Modulen, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind: Ein erstes Modul richtet sich an alle Unternehmen, die nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) direkt berichtspflichtig sind. Ein zweites Modul richtet sich an nicht-berichtspflichtige Unternehmen, die freiwillig nach dem EU-weiten Voluntary Standard for Small and Medium-sized Enterprises (VSME) berichten möchten, insbesondere an drei Gruppen:
- Unternehmen, die mit einer Berichtspflicht nach CSRD gerechnet und bereits mit den Vorbereitungen begonnen haben, durch die im Dezember vom EU-Parlament beschlossenen neuen CSRD-Schwellenwerte jedoch aus der Berichtspflicht fallen, den eingeschlagenen Weg aber freiwillig fortsetzen möchten;
- Unternehmen, die Teil von Wertschöpfungsketten berichtspflichtiger Geschäftspartner sind oder zunehmenden ESG-Informationsanfragen von Banken, Kund*innen und Auftraggebenden begegnen;
- Unternehmen, die erkannt haben, dass die Veränderungsprozesse, die durch die Analyse der eigenen Wertschöpfungskette und Prozesse angestoßen werden, Impulse liefern, um Geschäftsmodelle wettbewerbsfähiger zu gestalten, Kosten zu senken und Umsätze zu sichern bzw. zu steigern, und Nachhaltigkeitsdaten strategisch nutzen möchten.
Mit dem DNK sparen Unternehmen Zeit, Kosten und Ressourcen
Das BMWE finanziert seit Februar 2024 die Weiterentwicklung des DNK von einem eigenen Berichtsstandard hin zu einem umfassenden Unterstützungsangebot, das die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen spürbar erleichtert. Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung: „Es ist uns ein zentrales Anliegen, Unternehmen – insbesondere den Mittelstand – bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung bürokratiearm zu unterstützen. Die gesetzlichen Vorgaben sind komplex und führen bei vielen Unternehmen zu Unsicherheiten. Wir möchten ihnen helfen, sich angesichts der Anforderungen zurechtzufinden, und die Berichterstellung für sie so einfach wie möglich machen. Die DNK-Plattform setzt hier an und bietet sehr gute Lösungen für den Markt.“
Neue Funktionen im VSME-Modul der DNK-Plattform
Das VSME-Modul ist seit September 2025 als Beta-Version und seit Anfang Dezember als Early-Access-Version auf der DNK-Plattform verfügbar. Seitdem wird es kontinuierlich weiterentwickelt. Die aktuelle Version bietet Unternehmen nun mehrere neue Funktionen:
- DNK-Plausibilitätscheck: Ab sofort können über die DNK-Plattform erstellte VSME-
Berichte den DNK-Plausibilitätscheck durchlaufen. Dabei erfolgt ein Check auf
Konsistenz, Verständlichkeit, formale Vollständigkeit sowie Kohärenz der im Bericht
enthaltenen Informationen durch die DNK-Gutachter*innen. Berichte, die den
Plausibilitätscheck absolviert haben, dürfen das DNK-Signet tragen. - Berichtsprozess abschließen: In der bisherigen Version des VSME-Moduls konnten
Unternehmen ihre Berichte bereits beginnen, jedoch noch nicht finalisieren. Ab sofort ist
es möglich, fertige VSME-Berichte, die den DNK-Plausibilitätscheck durchlaufen haben,
individualisiert als PDF zu exportieren. In Kürze wird es zudem die Möglichkeit geben,
die Berichte auf Wunsch direkt auf der DNK-Plattform zu veröffentlichen. - Branchenspezifische Hinweise: Der interaktive DNK-Assistent wurde um
branchenspezifische Hinweise erweitert. Diese bieten zusätzliche Unterstützung durch
Anwendungshinweise und praxisnahe Beispiele. Die branchenspezifischen Hinweise
sind direkt in der DNK-Plattform integriert und werden in Kürze zusätzlich auf der DNK-
Website verfügbar sein.
Hohe Nachfrage bestätigt den Bedarf auf Unternehmensseite
Reiner Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung: „Der DNK wurde ursprünglich 2010 im Rahmen eines Multi-Stakeholder-Dialogs vom Rat für Nachhaltige Entwicklung entwickelt und hat sich als anerkanntes Tool für Nachhaltigkeitsberichterstattung etabliert. Es freut uns sehr, dass die DNK-Plattform, die vor einem Jahr gestartet ist, eine solch positive Resonanz bekommt. Seit dem Launch haben sich bereits mehr als 4.600 Unternehmen auf der DNK-Plattform registriert. Neben zahlreichen CSRD-Berichten wurden auch über 2.400 VSME-Berichte begonnen. Das zeigt, wie groß der Bedarf an einer praxisnahen Lösung ist.“
In Planung: Schnittstelle für den sicheren Austausch von ESG-Daten mit Banken
Banken, Versicherungen und andere Finanzmarktdienstleister verlangen von Unternehmen zum Beispiel bei Kredit- oder Versicherungsanträgen individuelle Angaben zu Nachhaltigkeitsinformationen. Diese ähneln sich inhaltlich häufig, unterscheiden sich jedoch in ihrer Struktur und ihren Details. Dadurch sind Unternehmen gefordert, ihre Daten mehrfach aufzubereiten. Der DNK arbeitet derzeit an einer Finanzmarktschnittstelle, die den sicheren und standardisierten Transfer von ESG-Daten aus der DNK-Plattform an den Finanzsektor ermöglicht. Grundlage sind bereits vorhandene Nachhaltigkeitsinformationen aus der CSRD- oder VSME-Berichterstattung. So können Unternehmen einmal erhobene Daten mehrfach nutzen, während Banken vergleichbare und verlässliche ESG-Daten, insbesondere aus dem Mittelstand, erhalten.
Nachhaltigkeitsberichterstattung neu denken: Der DNK als One-Stop-Shop
Victoria Diekkamp-Reimann, Projektleiterin Deutscher Nachhaltigkeitskodex: „Unser Ziel ist es, die DNK-Plattform mittelfristig zu einem One-Stop-Shop für Nachhaltigkeitsberichterstattung weiterzuentwickeln – zu einem zentralen Ort, an dem verschiedene Berichtspflichten effizient und integriert umgesetzt werden können. Mit dem Once-Only-Prinzip sollen Nachhaltigkeitsinformationen künftig einmal eingegeben und mehrfach für unterschiedliche regulatorische Anforderungen und externe Abfragen genutzt werden können – etwa im Rahmen von Kreditanfragen. So reduzieren wir den Aufwand in den Unternehmen und stärken zugleich die strategische Nutzung von Nachhaltigkeitsdaten.“
Die Originalpressemitteilung finden Sie hier.
