Second-Life-Batteriespeicher im Mieterstrommodell mit integrierter Ladeinfrastruktur

MAßNAHME & UMSETZUNG

Im Rahmen eines Mieterstromprojekts haben wir erfolgreich zwei Batteriespeicher installiert, um die Netzunabhängigkeit und die Versorgungssicherheit der Mieter deutlich zu erhöhen. Zum Einsatz kommen nachhaltige Second-Life-Akkumodule. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zeigen, wie vorhandene Ressourcen sinnvoll weiter genutzt werden können.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Sektorenkopplung: Bereits bei der Umsetzung wurde die Elektromobilität mitgedacht. Jeder der beiden Speicher ist mit einem integrierten AC-Ladepunkt ausgestattet, der bis zu 11 kW Ladeleistung bereitstellt. So können die Mieter ihre Elektrofahrzeuge direkt mit lokal erzeugtem PV-Strom aufladen.

Die Projektplanung erfolgte ab Dezember 2024 in enger Zusammenarbeit mit der NAEXT GmbH, dem Entwickler und Hersteller des Batteriespeichersystems. Den elektrischen Anschluss unterstützte dabei maßgeblich die Firma Opländer Haustechnik GmbH. Im Mai 2025 wurden die Speicher erfolgreich zusammen von NAEXT und Opländer vor Ort in Betrieb genommen.

Erfahrungen & Handlungs­empfehlungen

Seit der Inbetriebnahme im Mai 2025 tragen die Batteriespeicher bereits merklich zur Optimierung des Mieterstrommodells bei. Der Eigenverbrauch der PV-Anlage konnte deutlich gesteigert werden, da überschüssige Energie nun zwischengespeichert und zeitversetzt genutzt wird. Insgesamt wurden bisher rund 12.000 kWh Energie über die Speicher abgewickelt, wovon ein wesentlicher Anteil direkt den Mietern zugutekam.

Besonders herausfordernd erwies sich die technische Einbindung der Batteriespeicher in das Mieterstrommodell. Die zentrale Schwierigkeit liegt darin, die Stromflüsse eindeutig zwischen PV-Erzeugung, Speicherung, direktem Mieterverbrauch und möglicher Netzeinspeisung zu trennen. Nach EEG-Vorgaben gilt Strom, der einen Speicher durchläuft, nicht automatisch als privilegierter Eigenverbrauch, da er technisch nicht mehr unmittelbar vom Erzeuger an die Mieter geliefert wird. Für diesen Anteil können daher Umlagen und Netzentgelte anfallen. Im Rahmen unseres Projekts wurde diese Problematik gelöst, indem die Speicher hinter dem Netzanschlusspunkt installiert wurden. Ein zusätzlicher Zähler erfasst dabei sowohl die PV-Erzeugung als auch den Verbrauch der Mieter. Grundsätzlich sollten Batteriespeicher stets hinter dem Netzanschlusspunkt eingebunden und mit einem separaten Zähler ausgestattet werden. Nur durch eine eindeutig definierte Messkonzeption lässt sich sicherstellen, dass die Stromanteile korrekt dem Eigenverbrauch zugeordnet und die EEG-Vorgaben ordnungsgemäß umgesetzt werden.

Kosten & Finanzierung

Das Gesamtinvestitionsvolumen für die Integration der Batteriespeicher im Mieterstromprojekt umfasste die Anschaffungskosten der Speicher, den elektrischen Anschluss sowie die erforderlichen Tiefbauarbeiten. Insgesamt belaufen sich die Investitionen für die Anbindung und Installation der Speicher auf rund 112.000 €. Fördermittel wurden dabei nicht in Anspruch genommen; die Finanzierung erfolgte vollständig aus Eigenmitteln.

FRANK Ecoenergy GmbH

Anzahl der Mitarbeitenden:
ca. 380
Geschäftstätigkeit & Branche:
Asset- und Property-Management, Energy Solutions, Service Development
FRANK bietet seit 100 Jahren ganzheitliche Dienstleistungen für wertstabile und energetisch nachhaltige Immobilien im Wohn- und Gewerbebereich. Deutschlandweit sind wir an vier Standorten aktiv und beschäftigen rund 380 Mitarbeiter*innen. Mit über 21.000 gemanagten Einheiten verstehen wir uns als ganzheitliches Ökosystem der Immobilienwirtschaft. Unser Portfolio umfasst über 20 Dienstleistungen aus einer Hand – von Entwicklung und Verwaltung bis hin zu innovativen Energiekonzepten. Dazu zählen Wärmelieferung, Mieter- und Quartiersstrom sowie Ladeinfrastruktur, immer mit Fokus auf erneuerbare Energien und den langfristigen Werterhalt von Immobilien.
NAEXT GmbH

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