Passivhaus Bürogebäude mit Eis-Latentwärmespeicher

MAßNAHME & UMSETZUNG

Für den Logistik-Software Spezialisten TUP GmbH & Co. KG realisierte Vollack 2023 ein hocheffizientes Bürogebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 1.750 Quadratmetern, welches durch einen Verbindungsbau an das 2016 von Vollack realisierte zertifizierte Büro-Passivhaus anschließt. Der Neubau wurde nach BEG-40-Standard realisiert, der hohe Anforderungen an die Energieeffizienz stellt.

Erneut kam ein Eis-Latentwärmespeicher zum Einsatz, der sicherstellt, dass das Gebäude nahezu energieautark und aus energetischer Sicht unabhängig vom Bestand ist. Das energieeffiziente Gesamtkonzept des Gebäudes wird durch eine Photovoltaik-Anlage ergänzt. Der gewonnene Solarstrom wird u. a. für den Betrieb von Heizung und Kühlung genutzt.

So funktioniert es: Die Energie aus der Umgebung kann über einen Solar-Luft-Absorber auf dem Dach direkt für die Wärmeversorgung genutzt werden oder aber im Eis-Latentwärmespeicher zwischengespeichert werden. Im Herbst und Winter wird aus dem Eisspeicher Energie entnommen und über die Wärmepumpe auf das notwendige Temperaturniveau gebracht: Das Gebäude wird mit Wärme versorgt. Dem Eisspeicher wird dann so lange Energie entnommen, bis das Wasser gefriert. Dieser Punkt ist das Besondere, denn beim Übergang von flüssigem Wasser zu Eis, also durch den Gefrierprozess, wird noch zusätzliche Energie als latente Wärme frei. Bei einer Vereisung von 10 Kubikmeter Wasser wird Energie frei, die 100 Litern Heizöl entspricht, das sind ca. 1.000 Kilowattstunden. Im Sommer kann der Eisspeicher dann zum Kühlen verwendet werden.

 „Wir sind stolz darauf, eine besonders umweltfreundliche Arbeitswelt geschaffen zu haben, die die Zukunft im Blick hat. Dieses Gebäude ist nicht einfach ein Büro-Komplex, es ist unsere kreative Wirkungsstätte – und wird es auch für die nächsten Generationen sein.“ Mathias und Simon Thomas, Geschäftsführer TUP GmbH & Co. KG

Erfahrungen & Handlungs­empfehlungen

Die Neubauplanung wurde von Beginn an als Passivhaus konzipiert. Ein Passivhaus zeichnet sich dadurch aus, dass es dank einer sehr guten Wärmedämmung, einer luftdichten Gebäudehülle und einer effizienten Haustechnik nur einen minimalen Energiebedarf für Heizung und Kühlung hat. Dadurch konnten bereits in einer frühen Planungsphase alle relevanten Parameter definiert, abgestimmt und überprüft werden. Dieser integrale Ansatz begleitete den gesamten Planungsprozess und stellte die angestrebte Zertifizierung sicher. Der Passivhausstandard kann dabei nur im frühzeitigen und engen Zusammenspiel der unterschiedlichen Fachdisziplinen erreicht werden.

Kosten & Finanzierung

Da es sich um eine Gesamtneubaumaßnahme handelt, die von Beginn an als Passivhaus geplant wurde, lassen sich die erläuterten Einzelmaßnahme schwerlich beziffern, da diese in einander greifen und nur im Zusammenspiel funktionieren. Die genannten baulichen Maßnahmen sind grundsätzlich förderfähig. Durch ständige Aktualisierungen der Förderprogramme muss der aktuelle Stand bei Planungsbeginn geprüft werden und die Auslegung darauf abgestimmt sein.

Vollack Gruppe

Anzahl der Mitarbeitenden:
ca. 300
Geschäftstätigkeit & Branche:
Generalplanung und Bauausführung

Vollack ist Spezialist für die methodische Planung, den Bau sowie die Revitalisierung nachhaltiger, energieeffizienter Gebäude im Bereich Büro, Industrie und Gesundheit. Je nach Kundenwunsch übernimmt Vollack die Generalplanung und Projektsteuerung, die komplett schlüsselfertige Ausführung oder realisiert als Projektentwickler individuelle Mietflächen für Unternehmen, die nicht selbst investieren möchten. Wir arbeiten mit den neuesten Methoden: 3D Gebäudedatenmodellierung (BIM) und LEAN im Sinne einer prozessoptimierten Planungs- und Bauphase gehören zu unserem täglichen Geschäft. Genau zugeschnitten auf den Bedarf und auf die Prozesse hin optimiert, entstehen unsere kundenindividuellen Gebäude mit Alleinstellungscharakter. Mit einem Team von 300 Mitarbeitenden, davon circa zwei Drittel aus Architektur und Ingenieurwissenschaften, sind wir bundesweit an acht Standorten aktiv, darunter Hamburg.

Das hiesige Best Practice wurde gemeinsam mit dem Kunden TUP GmbH & Co. KG realisiert.

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